Neue Führungsphilosophien im Trend
Die Suche nach weiteren Erkenntnissen darüber, was gute Führung im Kern ausmacht, ist ein stetiger Treiber meiner Arbeit mit NextGen Leadership. Dabei interessieren mich Fragen wie: Kann man gute Führung lernen oder coachen? Welcher Stellenwert haben Selbstführung und Selbstreflexion auf der Chefetage? Wie funktioniert Führung im virtuellen Raum? Wie werden Themen wie New Work, Lernkultur und Innovation in den Organisationen (vor-)gelebt? Oder ganz einfach, wie fühlt es sich an, einem echten Leader gegenüber zu sitzen?
Der Wunsch, Führung neu zu denken, wächst
Nachdem ich in den letzten Monaten verschiedene Führungspersönlichkeiten intensiv bei Strategie Transformationsprojekten beobachten und unterstützen durfte, komme ich persönlich zum Schluss, dass sich immer mehr Organisationen und Führungspersönlichkeiten ernsthaft mit neueren Führungsphilosophien auseinandersetzen wollen. Wegbereiter wie Simon Sinek, Brené Brown oder Frédéric Laloux haben zwar vielerorts immer noch einen grossen Vorsprung auf das eigentliche Feld, aber sie sind längst keine Exoten mehr.
Ein guter Zeitpunkt für Führungsentwicklung
Dabei hat sich der Wunsch, Führung anders zu organisieren, in vielen Unternehmen bereits über längere Zeit entwickelt. Die Corona Krise hat jedoch die Diskussionen rund um New Work, New Learning und damit stark verbunden auch New Leadership zweifellos massiv beschleunigt. Es scheint also ein guter Zeitpunkt für Führungsentwicklung. Dies vor allem deshalb, weil uns die Beschränkung auf rein virtuelle Interaktionen sehr klar vor Augen geführt hat, worauf es bei der Bildung von Vertrauen und der Vermittlung von Sicherheit ankommt: Menschlichkeit, Echtheit und Mitgefühl. Alles Elemente, die wir nicht erst seit der Corona Krise als zentrale Leadership Qualitäten bezeichnen würden.
Erfahrung der (Führungs-)Unsicherheit im virtuellen Raum
Der durch die Corona Krise bedingte monatelange Verzicht auf direkte Kommunikation im persönlichen Austausch kam für viele Führungspersönlichkeiten mit einer Erfahrung der Unsicherheit im virtuellen Raum einher. Wie kann man im virtuellen Raum überhaupt Mitarbeitende führen? Wie stellt man sicher, dass die Botschaften, die man sendet, auf der anderen Seite richtig ankommen?
Selbstreflexion wird zum entscheidenden Treiber des Wandels
Gemäss meinen Beobachtungen hat diese Erfahrung der Unsicherheit zu einer vermehrten Selbstreflexion geführt, die einige Führungspersönlichkeiten sogar dazu bewogen hat, ihre bisherige Führungsphilosophie fundamental zu überdenken und das Führungsverhalten in ihrer Organisation aktiv zu verändern.
Vertrauen vor Kontrolle
Die Tatsache, dass viele Führungspersönlichkeiten durch die Corona Krise gezwungen waren, ihren Mitarbeitenden stärker zu vertrauen, hat bei manchen, die zuvor auf das Sprichwort «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» gesetzt haben, zur Erkenntnis geführt, dass Mitarbeitende auch effektiv und effizient arbeiten können, wenn sie nicht ständig von ihren Vorgesetzten kontrolliert werden. Entscheidend ist nun, dass man bei der Führungsentwicklung auf dieser noch aktuellen Erfahrung aufbaut und nicht zuwartet, bis einige Führungskräfte wieder in alte Muster zurückfallen. Auch diese Gefahr besteht trotz aller Selbstreflexion grundsätzlich nach wie vor.



