Arbeit soll uns glücklich machen
«New Work», auch bekannt als «Arbeitswelt 4.0» oder «Future of Work» ist ein elementarer Bestandteil der nächste Generation Führung. Dabei sind sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende stark gefordert. Selbstbestimmung ist mindestens so schwierig wie Loslassen.
«New Work» ist nicht neu
Der austro-amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann befasste sich schon in den 70-er Jahren mit dem Begriff «New Work» und entwickelte mit der Begründung der «New Work»-Bewegung sozusagen ein Gegenmodell zum Kapitalismus. Seine Grundidee, dass die Arbeit für den Menschen etwas sein sollte, was ihn stärkt und nicht schwächt, passt heute in unserer hoch technologisierten Welt mehr denn je in die ganze «Purpose»-Entwicklung. Arbeit soll uns glücklich machen.
Was Menschen «wirklich, wirklich» wollen
Bereits Bergmann ging es darum, bei den Menschen die, wie er es nennt, «Armut der Begierde», zu bekämpfen und ihnen dabei zu helfen, herauszufinden, was sie wirklich, wirklich wollen. Heute hören wir überall, dass Mitarbeitende immer mehr auf der Suche nach dem «Zweck der Existenz» sind. Und spätestens seit Simon Sinek meinen auch zahlreiche Organisationen verstanden zu haben, dass sie eine Antwort auf die Frage nach ihrer Daseinsberechtigung haben sollten, wenn sie die Produktivität ihrer Mitarbeitenden nachhaltig verbessern wollen. Wenn das so einfach wäre…
Flexibilität, Selbstbestimmung und vor allem Transparenz
Es zählt mittlerweile zu den Fakten, dass Organisationen die Produktivität ihrer Mitarbeitenden markant erhöhen können, in dem sie Flexibilität, Selbstbestimmung und Transparenz konsequent fördern. Dies verlangt vielerorts ein neues Führungsverständnis, das sich noch viel stärker an der Schaffung von Vertrauen ausrichtet, was wiederum ein wesentlicher Bestandteil von «New Work» ist.
Einmal pro Monat Home office ist nicht «New Work»
Dennoch gibt es auch heute immer noch genug Organisationen, die unter «New Work» eine Debatte darüber führen, ob sie nun ihren Mitarbeitenden ein- oder zweimal pro Monat «Home office» erlauben sollen und dies bereits als Vertrauensbeweis betrachten. Je hierarchischer und statusorientierter das Unternehmen geführt wird, desto schwieriger wird es, ein auf Vertrauen basierter Führungsstil zu entwickeln. Hier braucht es eine 100% Unterstützung von der obersten Führungseben, damit es möglich wird, konventionelle Strukturen zu durchbrechen. Vielen fehlt dazu noch der Mut oder sie haben die Notwendigkeit dieser Transformation der Arbeitswelt noch nicht erkannt.
In der Transformation zur Selbstorganisation
Dabei gibt es bereits viele Organisationen die sehr progressiv unterwegs sind. Sie lassen ihre Mitarbeitenden die Büroanwesenheitszeiten selbst bestimmen, ersetzen Mitarbeiterbewertungsgespräche durch Teambewertungsgespräche und sprechen offen über ihre Lohnpolitik. Sie machen sich Gedanken über die Abschaffung von Emails und Powerpoint und führen neue Kommunikationsplattformen ein, welche die Zusammenarbeit innerhalb ihres Unternehmens erleichtern. Einige unter ihnen sind bereits komplett holokratisch organisiert und arbeiten in einem System, in welchem es keine Chefs mehr gibt, sondern nur noch Rollen.
Auch für Mitarbeitende ein Verlassen der Komfortzone
Dabei kann «New Work» aber auch für einige Mitarbeitenden, insbesondere für jene, die bereits etwas länger im Arbeitsleben sind, zur Herausforderung werden. Wenn sie von ihrer Organisation plötzlich dazu aufgefordert werden, sich selbst darüber Gedanken zu machen, was sie zur Unternehmensstrategie beitragen können. Wenn sie plötzlich selbst definieren sollen, wie genau sie sich entwickeln wollen, realisieren viele, dass sie sich damit auch aus ihrer Komfortzone bewegen müssen. Nicht alle haben darauf Appetit.
Entscheidend für den Gewinn von Talenten
Für die nächste Generation Führung, die konventionelle Arbeitsmodelle radikal in Frage stellt, ist die Umsetzung von «New Work» Modellen jedoch elementar, wenn es darum geht, auch in Zukunft die besten Mitarbeitenden für sich zu gewinnen und den Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Einige von ihnen haben den Wandel hin zu neuen Arbeitsformen in ihrer Organisation bereits aktiv mitgestaltet, viele von ihnen sind noch dabei und stellen fest, dass die Umsetzung von «New Work» noch einiges an Arbeit bedeutet. Dennoch, dass ein selbst bestimmtes Handeln in einer Welt, in welcher sich alle zu jeder Zeit über alles informieren können, in Zukunft noch stärker im Vordergrund stehen wird, ist eine Tatsache. Es führt kein Weg daran vorbei, uns durch neue Arbeitsformen dem digitalen Zeitalter anzupassen.



